Proberaummangel & Spielstättensterben: Wo bleibt die Hilfe?

Deswegen erstellte Kreuzberg on KulTour e.V. im März das Internetportal Musiker für Musiker; als Hilfe zur Selbsthilfe. Kostenlos versucht so der gemeinnützige Verein Musikern der Region durch Vermittlung von Probe- und Unterrichtsräumen zu helfen, Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen und vieles mehr: „Wir sind geradezu überrollt worden von Anfragen“, berichtet der 1. Vorsitzende Klaus Wißmann. „Schon nach kurzer Zeit hatte das  Musiker-Portal über 3.000 Klicks und das, obwohl wir bisher noch 'mit angezogener Handbremse fahren' und bewusst z.B. noch kaum über Suchmaschinen zu finden sind, also im Wesentlichen über Medienberichte und  Weitererzählungen regional gesucht werden .“

Bisher erreichten den Verein nicht nur Anfragen von Musikern, sondern auch erste Angebote von Vermietern. „Die Zahl von Proberäumen, welche die Stadt geschaffen hat, ist zwar überdurchschnittlich hoch, aber es reicht  eben nicht. Durch das Portal haben wir die Chance tatsächlich zu einer Verbesserung beizutragen“, erklärt Wißmann. Auch die Stadt könnte erheblich dazu beitragen, wenn sie die leerstehenden Gebäude „ehemalige Voigtschule und Baptistenkirche“ den Göttinger Kulturschaffenden zur Verfügung stellen würde – wie bereits vor einem Jahr, wenn auch etwas anders geplant. Mitten in der Innenstadt entstünde dann nicht ein windiges  „Artcenter“, für das Natur- und Denkmalschutz sowie Bebauungsplanänderungen erforderlich gewesen wären, sondern unmittelbar ein solide geplantes und rein privat finanziertes Kulturzentrum. Dieses würde nicht nur  Vereinen und Institutionen endlich eine Heimat bieten , sondern im Keller viele gut schallisolierte Proberäume für den Pop/Rockbereich und in den oberen Geschossen u.a. Probe- und Unterrichtsräume für Klassik zu guten  Konditionen schaffen. Die schöne Aula bliebe den Bürgern in ihrer heutigen Form erhalten und könnte als Spielstätte für unverstärkte oder wenig verstärkte Konzerte, für Theater, Tanz usw. verwendet werden.

Der Bedarf für diese Räume ist da. Die Räume sind vorhanden und stehen sogar leer. Nun fehlt nur noch der Politiker, welcher endlich eins und eins zusammen zählt und mit einem großen Wurf Mangel beseitigt, das  Immobilienproblem Bürgerstr. 13/15 nachhaltig löst und der Göttinger Kulturwirtschaft zu Räumen verhilft, wie sie einem Oberzentrum angemessen sind. Und seien wir ehrlich: Bestünde ein ebenso dringender Bedarf das  Museum dorthin umziehen zu lassen, dann hätte man nicht bis vor kurzem versucht, diese Gebäude zu verkaufen.

Kreuzberg on KulTour e.V. sieht eine echte Chance für eine verbesserte Proberaumsituation und appelliert an die Stadt Göttingen, dieses Mal eine Entscheidung zu Gunsten der vielfältigen und engagierten einheimischen Kulturszene zu treffen.

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