Resumée zur Podiumsdiskussion “Kulturpolitik & kulturelle Bildung”

Im Rahmen der lebhaften Diskussion bestätigten alle vier anwesenden Oberbürgermeister-Kandidaten (Dr. Rudolph war leider wegen einer zeitgleichen Veranstaltung verhindert, Dr. Fascher wurde von Herrn Nier vertreten) ihre Kenntnis vom dramatischen Mangel an Räumen zur kulturellen Nutzung in unserer Stadt. Zudem gaben die Kandidaten ihre Meinung zur Frage “Nutzung der Voigtschule und der Baptistenkirche” kund. Dazu ein kurzes Resumée:

 

 

v.l.n.r. Kulturverbund Göttingen e.V.: Fachbereich Soziokultur: Josef Wochnik (Deutsch-Russische

 

Gesellschaft e.V.), Fachbereich kulturelle Bildung: Christine Büttner (Musi-Kuss e.V.), Fachbereich Proberäume und Spielstätten: Klaus Wißmann (Kreuzberg on KulTour e.V.),
OB-Kandidaten: Siegfried Lieske (Bündnis 90 / Die Grünen), Katharina Simon (Piratenpartei)

 

Rolf-Georg Köhler (SPD) tritt ganz klar dafür ein, die ehemalige Baptistenkirche den Filmkunstfreunden zur Verfügung zu stellen und für die ehemalige Voigtschule erst einmal die Nutzung als Museumsstandort gründlich prüfen zu lassen. Dass diese Prüfung lange dauern kann, ist ihm bewusst. Dass in der Zwischenzeit die Räume nicht durch die Göttinger Kultur genutzt werden dürfen, hält er für richtig. Den Raumbedarf der Göttinger Kulturakteure? “Den sollen sie sich selber erfüllen.” Wie? Darauf ging er nicht ein.

 

Siegfried Lieske (Bündnis 90 / Die Grünen) preferiert ein Kreativzentrum in der ehemaligen Voigtschule. Er hat das Vertrauen in die privatwirtschaftlich geführte Göttinger Kultur, dass sie dieses Projekt verwirklichen kann, und zwar ohne Folgekosten für die Stadt Göttingen: “Man muß Kulturschaffenden Wirtschaftlichkeit zutrauen.” Auch eine Zwischennutzung sieht er unproblematisch: “Das müssen die Bewerber selbst beurteilen”.

 

Katharina Simon (Piratenpartei) bezeichnet das Ansinnen der Stadt Göttingen, mit dem Museum in die ehemalige Voigtschule einziehen zu wollen, als “Blendgranate“. Das ist gut nachvollziehbar, haben Politik und Verwaltung doch der Göttinger Bevölkerung jetzt jahrelang klarzumachen versucht, dass kein Mensch in Göttingen die ehemalige Voigtschule braucht – und kaum sind die Verkaufsverhandlungen geplatzt, stellt man fest, dass das Städtische Museum diese Räume unbedingt braucht und dies nun plötzlich sogar entgegen der klaren und vernichtenden Stellungnahme der Göttinger Historiker.
Die Kandidatin der Piratenpartei ist strikt gegen einen Verkauf dieser städtischen Immobilie und für eine Mietnutzung durch Göttinger Kulturinitiativen.

 

Gerd Nier (Die Linke) war in Vertretung von Dr. Fascher zugegen und würde die Voigtschule gern den kulturellen Initiativen zur Verfügung stellen. Er begrüßt es, dass in der Bevölkerung unserer Stadt ein reges kulturelles Leben stattfindet und findet das unterstützenswert. Nicht finanzieller Art, sondern indem die Stadt Möglichkeiten für die Entfaltung der Kultur bietet. Er traut auch der Kulturszene zu, ohne Folgekosten für die Stadt das Gebäude zu bewirtschaften und setzt sich dafür ein, dass das Gebäude-Ensemble für Göttinger Kulturinstitutionen zur Verfügung steht.

 

Dr. Martin Rudolf (parteilos) war leider aufgrund eines anderen Termins verhindert.  Er hatte jedoch seine Meinung unter anderem am 04.05.14 bei seinem offenen Stadtspaziergang auf dem Wall geäußert:  Er sei offen für eine kulturelle Nutzung beider Gebäude, jedoch ohne Belastung des städtischen Haushaltes und ohne Vorfestlegung auf einzelne Nutzer.

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