Diskussion über Göttinger Proberäume: Mindestens 50 Bands sind auf der Suche

Ausgebucht: 19 Proberäume für Bands stehen in dem städtisch geförderten Kulturzentrum Musa im Hagenweg zur Verfügung. © Hinzmann
Ausgebucht: 19 Proberäume für Bands stehen in dem städtisch geförderten Kulturzentrum Musa im Hagenweg zur Verfügung. © Hinzmann

Schluff geht derzeit davon aus, dass rund 100 Bands in Göttingen mit Übungsräumen versorgt seien. Bei 150 Bands im Göttinger Stadtgebiet eine „relativ gute Förderquote“, urteilt Schluff. Größter Anbieter und dabei öffentlich bezuschusst ist das Kulturzentrum Musa, in dem 19 Proberäume zur Verfügung stehen.

Wissmann hält 150 Bands im Stadtgebiet für eine „vorsichtige“ Schätzung. Und nach Schluffs vorgebrachter Versorgungsquote seien dennoch etwa 50 weiterhin auf der Suche nach geeigneten Räumen. Hinzu kämen Musiker und Projekte aus dem Bereich Jazz und Klassik. Auch dafür gebe es einen Proberaummangel.Einige Musiker wichen daher etwa nach Kassel aus. „Der Raumbedarf ist sehr hoch“, so Wissmann. Viele Bands und Musiker suchten bereits seit zwei Jahren.

 

Stadt könne die Situation „erheblich“ verbessern

Wissmanns bereits vor einem Jahr vorgebrachte Lösung für den Mangel: Die Stadt könne die Situation „erheblich“ verbessern, wenn sie die leerstehenden Gebäude der ehemalige Voigtschule und Baptistenkirche den Göttinger Kulturschaffenden zur Verfügung stellen würde.

 

Dem setzte Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck entgegen, dass es in Göttingen keine neuen von der Stadt geförderten Kulturstandorte geben werde. Stattdessen wolle die Stadt bestehende Zentren sanieren, ausbauen und erweitern. Fördermittel vom Land sollten dafür beantragt werden.Schluff riet Bands, Räume in Eigenregie zu Übungsräumen umzubauen. Er plädierte für eine bessere Vernetzung der Musiker, um so bestehende Räume besser ausnutzen zu können.

 

Öffentlich geförderte Proberäume

Hilmar Beck wies darauf hin, dass günstige, öffentlich geförderte Proberäume Geld kosten. Geld, das die Stadt zur Verfügung stellen müsste, derzeit aber nicht hat. Und nur mit Subventionen könnte Räume mit einer Quadratmetermiete um fünf Euro angeboten werden, Privatvermieter verlangten mehr. Wissmann verweist darauf, dass der Kulturverbund in der  Voigtschule mit 3,50 Euro pro Quadratmeter für Proberäume kalkuliere. „Ohne Subventionen“, so Wissmann.

 

Proberäume in Schulkellern?

Eine pfiffige Idee aus Dormagen könnte die Raumprobleme der Göttinger Musikgruppen lösen: Die Stadt bei Neuss stellt jungen Bands Proberäume in umgebauten Schulkeller zur Verfügung. Ihr Motto: „Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist.“ Und wenn am Abend kein Unterricht mehr gegeben wird, kann es vielleicht auch in der ein oder anderen Göttinger Schule im Keller laut zugehen.

Die Ratsfraktion der SPD hat diese Idee aufgegriffen und stellt sie am Donnerstag, 26. Juni, im Schulausschuss zur Diskussion. Stimmen das Gremium und der Rat zu, solle die Stadtverwaltung zunächst prüfen, ob und wo kurzfristig Proberäume in Schulkellern eingerichtet werden könnten. Hintergrund: 2013 fehlten in der Stadt laut Verwaltung etwa 60 Räume zwischen 25 und 150 Quadratmetern. Der Ausschuss tagt ab 16 Uhr in Raum 118 im Neuen Rathaus.

us

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