Asta legt Änderung für Kultur-Semesterticket vor

Das Göttinger Exil in der Prinzenstraße bietet im Rahmen des Kultur-Semestertickets Ermäßigungen für Studenten an.
© Hinzmann

Doch mehr Sportangebote beim Kultursemesterticket haben ihren Preis: Nach einem Beschluss des Studierendenparlamentes im Dezember soll sowohl der Live-Club Exil als auch die Sammlungen der Universität aus dem Ticketangebot gestrichen werden.

Bei einer Umfrage des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) mit mehr als 4400 Teilnehmern hätten sich „deutlich mehr Studierende für eine Integration von Sport in das Ticket ausgesprochen als dagegen, sagt der Asta-Kulturreferent Sören Buchholz. Im Verhältnis zu den Kosten für die Studierendenschaft hätten vergleichsweise wenig Studierende das Exil besucht.

Daher habe sich das Parlament gegen die Fortführung der Zusammenarbeit mit dem Exil ausgesprochen. Buchholz macht deutlich, dass Sport für die Asta-tragenden Gruppen – ADF, RCDS und Unabhängige Mediziner – Teil der Kultur ist. „Es ist ein wenig elitär zu sagen, nur Musik und Theater sind Kultur.“ Aus Sicht des Asta und Parlament könne es zudem nicht sein, dass die Uni-Sammlungen durch Uni und Semesterticket doppelt finanziert werden, sagt Buchholz.

Über Fabeook von der Entscheidung erfahren

Das Exil hatte zuletzt die Vergünstigungen, die es für Kulturticket-Inhaber bietet, erhöht: 24 statt zwölf kostenlose Konzerte der Reihen „Blues‘n‘Boogie“ und  „Helden von heute“ sowie zusätzlich 30 bis 40 um vier Euro statt bisher um zwei Euro verbilligte Tourkonzerte.

Bea Roth vom Exil kommentierte gegenüber dem Tageblatt: „Ich bin nicht verärgert oder enttäuscht, dass wir herausgewählt wurden, sondern über die Art und Weise, wie dies passiert ist und im besonderen über das fehlende Kulturverständnis von Studierendenparlament und Asta.“ Erst über Facebook habe sie von der Entscheidung gehört.

Klaus Wissmann vom Verein Kreuzberg on Kultour sieht in dieser Entwicklung einen weiteren Schritt „in einer bedenklichen und für die Live-Szene Göttingens negativen Entwicklung“.

Über das neue Angebot entscheiden die Göttinger Studierenden seit gestern bei einer parallel zur Uni-Wahl laufenden Urabstimmung. Neun Euro soll es im Wintersemester kosten, 8,40 Euro im Sommersemester.

 

-Göttinger Tageblatt vom 21.1.2015-

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